Lernen 2.0

Das Internet macht’s möglich: Man muss nicht mehr quer durch Deutschland oder gar rund um die Welt reisen, um interessante Dinge zu lernen und sich mit Dozenten und Teilnehmern auszutauschen. Inzwischen gibt es Portale, über die man bequem von zu Hause aus an hochwertigen Online-Veranstaltungen teilnehmen kann. Eines davon ist http://www.tierisches-wissen.de, und ich wurde eingeladen, mich dort als Dozentin einzubringen und mein Wissen über Katzen weiterzugeben.

Aber wie funktioniert eigentlich so ein Online-Seminar?
Eigentlich so ähnlich wie ein Fernkurs, nur besser 😉 Das Prinzip: Über einen bestimmten Zeitraum (meist mehrere Wochen) kann man bequem unter fachkundiger Anleitung zu Hause lernen, wann, wie und wieviel man möchte.

Die Seminarteilnehmer werden für einen virtuellen Klassenraum in Form eines Internetforums freigeschaltet. Dort werden die Inhalte vermittelt und die Teilnehmer können sich zeitnah untereinander und mit der Dozentin austauschen.

In meinen Seminaren beschäftigen wir uns jede Woche mit einem speziellen Unterthema; dazu gibt es einen Text, der die Lerninhalte enthält, sowie ggf. weitere Materialien wie Fotos, Grafiken, Links usw. Die Teilnehmer können sich zu einer für sie passenden Zeit damit beschäftigen und bis zum Ende des Kurses Fragen stellen. Zu einigen Themen gibt es größere oder kleinere Aufgaben, die man möglichst in der Themenwoche bearbeiten sollte (freiwillig), und deren Lösungen dann besprochen werden.

Am 15. April beginnt passend zur Jahreszeit für Katzenfreunde, (werdende) Pflegestellen und Tiertherapeuten meine Online-AG “Katzenkinder” im Portal “Tierisches Wissen”. Wir werden uns damit beschäftigen, wie man Katzenkindern (und Katzenmüttern) die besten Bedingungen bieten kann, damit gut sozialisierte, gesunde Katzen zur richtigen Zeit in ein neues Heim umziehen können.

Es gibt noch freie Plätze, also schnell anmelden – über das Portal http://www.tierisches-wissen.de/index.php/veranstaltungen/katzen#katzenkinder oder direkt bei mir. Willkommen!

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Verhalten III – Gleich und gleich gesellt sich gern

Gleich und gleich, das wissen wir ja schon lange, aber auch Katz und Katz?! Durchaus ja. Während Katzen früher als absolute Individualisten und Einzelgänger galten, wissen wir heute, dass auch Katzen soziale Beziehungen zu Ihresgleichen suchen und in den meisten Fällen auch brauchen. Während Freigänger-Katzen soziale Kontakte zu Artgenossen draußen finden – oder umgehen – können, sind Wohnungskatzen auf die Entscheidung ihrer Menschen angewiesen. Wenn Mensch weiß, wie Katz tickt, ist die Wahrscheinlichkeit einer guten Entscheidung für ein harmonisches Zusammenleben mehrerer Katzen größer. Hier ein paar Empfehlungen, die jedoch nicht die absolute Wahrheit darstellen – Katzen sind immer für eine Überraschung gut!

* Junge Katzen sollte man bis zum Alter von 12-13 Wochen bei Mutter und Geschwistern belassen. Auch danach haben sie noch ein starkes Bedürfnis nach sozialen Kontakten – hier ist eine Vergesellschaftung mit gleichaltrigen Katzen/Geschwistern am meisten Erfolg versprechend und unbedingt anzuraten!

* Geschwisterpärchen funktionieren meist gut – am besten gleichgeschlechtlich. Auch Bruder/Schwester kann gut gehen, besonders, wenn beide ein enges Verhältnis haben. In der späteren Entwicklung kann es allerdings manchmal zu Problemen kommen – Katzen werden zurückhaltender, Kater forscher in ihrem Spiel und den Raufereien.

* Gleichgeschlechtliche Paare sind insgesamt günstiger, vor allem bei einer nachträglichen Vergesellschaftung. Wie oben angedeutet, unterscheidet sich das Verhalten von erwachsenen Katzen und Katern. Allerdings gibt es ja auch Frauen, die jedem auf die Nase boxen, der ihnen schräg kommt, und Männer, die mit Boxen und Ähnlichem gar nichts im Sinn haben – und so kann das auch bei Katzen sein. Eine Kombination „burschikose“ Katze mit Kater oder zurückhaltender Kater mit Katze wäre also auch denkbar. Hier ist der Mensch gefragt, um zu beobachten, ob die beiden auf einer Wellenlänge liegen. * Bei frei lebenden Katzen werden Gruppen vorzugsweise von weiblichen Katzen gebildet. Hier sind alle möglichen Kombinationen möglich: Mutter/Tochter, Schwestern, verwandte/fremde weibliche Katzen.

* Ein altes Katzentier, das seine Ruhe haben möchte, mit einem aufgedrehten jungen Katzentier zu vergesellschaften, ist meist eine ganz schlechte Idee. Hier wäre eher anzuraten, zwei junge Katzen aufzunehmen, die ihren Übermut aneinander auslassen können, statt an der Älteren. Das kann allerdings auch dazu führen, dass dann gleich zwei junge Katzen der älteren hinterherjagen.

* Erwachsene Kater spielen oft gern den „guten Onkel“ für kleinere Kätzchen und bleiben es dann auch.

* Katzen, die schon jahrelang allein gelebt haben, sind meist nicht begeistert über einen Neuzugang und akzeptieren niemanden neben sich.

* Ist eine Partnerkatze verstorben, setzen Sie Ihrer verbliebenen Katze nicht gleich eine Neue vor die Nase, vor allem dann nicht, wenn das Verhältnis der Katzen sehr eng war. Lassen Sie der verbliebenen Katze etwas Zeit für Trauerarbeit. Klingt vielleicht komisch, ist aber so: Auch Tiere trauern und finden es durchaus nicht toll, wenn ihr ehemaliger Partner durch einen beliebigen anderen Partner ersetzt werden soll. Manche Katzen mögen auch tatsächlich nie wieder einen anderen Partner haben! Versuchen sollte man es trotzdem, denn für manche ist ein neuer Partner nach angemessener Zeit sogar heilsam.

Meine Empfehlung: Geben Sie doch einer Katze von einer Tierschutzorganisation ein Zuhause (Empfehlungen für den Raum Leipzig finden Sie auf meiner Link-Seite http://www.braun-tier.de/links.html). Hier wird man Ihnen zuverlässige Informationen über Ihre Wunschkatze geben, und bei einer Zusammenführung gewährt man Ihnen eine Probezeit, um zu sehen, ob die Katzen miteinander klarkommen. Ich sehe Katzen ganz sicher nicht als Gegenstände an, die man einfach so holen und wieder zurückgeben kann, aber da man im Voraus wirklich nie wissen kann, wie fremde Katzen miteinander klarkommen, ist es besser, sie bei Problemen wieder zu trennen, als sie ein Leben lang (und das können gut 20 Jahre sein!) in einer Wohnung zum Zusammenleben zu zwingen, was zu erheblichen Problemen für Tiere und Menschen führen kann.

(c) Kerstin Braun, Tierheilpraktikerin

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Gesundheit III – Gefahr erkannt, Gefahr gebannt!

Panikmache gilt nicht. Aber schon mit wenigen einfachen Vorsichtsmaßnahmen kann Mensch seine Katze(n) vor den offensichtlichsten Gefahren schützen – sofern er sie selbst kennt. Die folgenden Hinweise sollen dazu verhelfen. Verlassen Sie sich bitte auch nicht darauf, dass Ihre Katze „das noch nie gemacht“ hat. Irgendwann kann überraschenderweise das erste Mal sein – und der Ausgang kann dann auch schon mal tödlich sein.

Kippfenstersyndrom
Die meisten Menschen mit Katzen haben davon gehört oder sind davor gewarnt worden – und dennoch passiert es immer wieder: Das Fenster wird angekippt, die Katze versucht aus irgendwelchen Gründen durch den Spalt zu kriechen, bleibt dort stecken und stirbt in den meisten Fällen, wenn dies nicht sogleich bemerkt wird, einen qualvollen Tod – auch der Tierarzt kann meist nicht mehr helfen. Ich habe einen solchen Fall in der Nachbarschaft erlebt – und das, obwohl das eigentliche Ausgangsfenster der Katze weit offen stand und die Katze das Zimmer mit dem Kippfenster eigentlich nie freiwillig betrat. Wenn Sie Kippfenster und Katze haben, gewöhnen Sie sich an, die Fenster niemals – niemals! NIEMALS!! – anzukippen. Wenn Sie den Luxus nicht missen möchten, sichern Sie unbedingt den Spalt, zum Beispiel so: Kippfensterschutz  http://www.rakuten.de/katzen-kippfensterschutz/karlie-4teiliges-fensterschutzgitter-353012511.html?sclid=p_google&cid=google_base&utm_source=preisvergleich&utm_medium=referral&utm_campaign=googlebase-2010-07

Vorsicht, heiß!
Eigentlich darf die Katze ja ohnehin nicht auf den Herd, aber … Die Gefahr ist vielleicht nicht tödlich, aber zumindest unangenehm. Lassen Sie noch nicht abgekühlte Kochfelder nicht offen stehen; stellen Sie einfach einen Topf mit etwas Wasser darauf.

Tütenkasper
Ein beliebtes Spielzeug für Katzen sind Tüten – katz kann sich herrlich hineinstürzen und damit raschelnd durch die Küche schlittern. Macht einen Heidenspaß – sollte aber nur mit Papiertüten probiert werden, da bei Plastiktüten für Katzen ebenso wie für Kleinkinder Erstickungsgefahr besteht. Lassen Sie also keine Plastiktüten herumliegen, und schneiden Sie von den zum Spielen gedachten Papiertüten vorher die Henkel ab.

Ins Klo gefallen?
Klingt komisch, ist aber so: Besonders Katzenwelpen, die erstens besonders neugierig, zweitens besonders unerfahren und tapsig und drittens besonders klein sind, können in der menschlichen Toilette jämmerlich ertrinken! Achten Sie darauf, den Toilettendeckel stets geschlossen zu halten, auch wenn das Kätzchen eigentlich nicht in den Toilettenraum geht oder gehen darf. Am Tag X passiert es eben doch …

Am seidenen Faden
Kaum eine Katze kann einem über den Boden gezogenen Faden widerstehen, und als Spielzeug ist dagegen auch nichts einzuwenden, solange der Mensch dabei ist. Ist das Spiel beendet, sollten Fäden und Schnüre gut verstaut und erst beim nächsten gemeinsamen Spiel wieder hervorgeholt werden. So bleibt das Spielzeug interessant und die Gefahr gebannt, dass die Katze den Faden unbemerkt verschluckt oder sich darin verstrickt und erdrosselt. Achten Sie auch darauf, keine Handarbeiten mit (Näh-)Nadeln herumliegen zu lassen, die beim eventuellen Verschlucken des Fadens eine zusätzliche Gefahr darstellen würden. Auch das für Geschenke beliebte Kräuselband kann gefährlich werden und sollte katzensicher aufbewahrt werden.

Es grünt so grün
Viele Katzen knabbern gern an Zimmerpflanzen herum, besonders, wenn sie keinen Ausgang haben. Viele Zimmerpflanzen sind jedoch für Katzen giftig, zum Beispiel Alpenveilchen oder Dieffenbachia. Hier finden Sie nähere Informationen: http://katzenfreund.com/giftpflanzen.htm
Übrigens ist auch Teebaumöl giftig, das leider immer noch in einigen Produkten für Katzen enthalten ist; Vorsicht ist insgesamt bei ätherischen Ölen und möglicherweise auch bei Neemöl (Niembaumöl) geboten.

Advent, Advent, die Katze brennt
Auch nicht so lustig, und sollte eigentlich selbstverständlich sein: Katze und Kerze nie unbeaufsichtigt in einem Raum lassen. Besonders gefährlich sind Weihnachtsbäume mit Naturkerzen, da die Bäume an sich schon zum Spielen und Hangeln einladen, und wenn der Baum kippt, brennt womöglich nicht nur die Katze …

(c) Kerstin Braun, Tierheilpraktikerin

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Verhalten II – Strafe? Nein, danke!

So ärgerlich unerwünschtes Verhalten seiner Katze(n) für den Menschen auch sein mag, rate ich dringend von einer Bestrafung der Katze ab. Tierquälerische Strafen wie Schläge oder das Eintauchen der Katze mit der Nase in die eigenen Exkremente verbieten sich für den Tierfreund von selbst. Lassen Sie sich nicht einreden, Letzteres sei die beste Erziehungsmaßnahme gegen Unreinheit – es ist eher die Schlechteste und erzieht zu rein gar nichts außer Angst vor dem Menschen.

Abgesehen von moralischen Erwägungen gibt es sachliche Argumente gegen Strafen: Erstens kann ein gesundheitliches Problem hinter dem unerwünschten Verhalten stecken. Außerdem tragen Strafen nichts zur Behebung des Problems bei, was Sie sich ja eigentlich wünschen, sondern sie können die Katze verunsichern, verschlechtern womöglich das Verhältnis zwischen Katze und Mensch und können so zu noch mehr unerwünschtem Verhalten führen. Ein wichtiger Grund dafür ist ganz einfach erklärt: Die Bestrafung erfolgt meist nicht zeitnah, und daher kann die Katze sie nicht dem eigentlichen Grund für die Strafe zuordnen. Eine auf sie gerichtete Reaktion (des Menschen oder anderer Tiere) bezieht die Katze immer nur auf ihre im Augenblick oder unmittelbar (1-2 Sekunden) vorher stattfindende Handlung.

Stellen Sie sich einmal Folgendes vor: Sie kommen nach Hause und sehen, dass Ihre Katze während Ihrer Abwesenheit ein Pfützchen auf den Badvorleger hinterlassen hat. Das war womöglich schon vor drei Stunden. Sie ärgern sich fürchterlich und schimpfen die Katze gehörig aus – aus menschlicher Sicht völlig verständlich. Für die Katze aber könnte sich das so darstellen: Mein menschlicher Gefährte kommt nach Hause, ich begrüße ihn freundlich, und plötzlich rastet er aus. Mein Mensch ist verrückt geworden, ich kann ihm nicht mehr trauen. Mein Heim ist nicht mehr sicher.

In diesem Zusammenhang sei betont, dass es sich z. B. bei Unsauberkeit entgegen landläufiger Meinung niemals um eine Protestreaktion handelt. Für Katzen sind Ausscheidungen neutral und werden nicht negativ bewertet wie in der menschlichen Kultur. Daher KANN die Katze sie gar nicht als „Protest“ oder „Rache“ einsetzen.

Natürlich will und kann man die Katze dennoch von ihrem unerwünschten Verhalten abbringen. Dazu muss man zunächst den Grund für unerwünschtes Verhalten erforschen und abstellen (in einem Beitrag zum Thema Katzenklo werde ich näher auf mögliche Gründe eingehen). Im günstigsten Fall muss man nicht mehr dazu tun. Fällt es der Katze nach längerer Zeit der Unreinheit schwer, sich wieder „ordentlich“ zu verhalten, kann man dieses Verhalten fördern, indem man die Katze für erwünschtes Verhalten belohnt – durch Lob und Streicheln oder ein Leckerli, und zwar sofort, wenn sie nach „ordentlicher“ Erledigung vom Klo kommt (im Falle des Lobes auch schon während der Verrichtung aus gebührender Entfernung), sonst tut ihr die Belohnung zwar gut, aber sie kann sie ebenso wenig wie eine zeitversetzte Strafe der richtigen Handlung zuordnen.

(Wird fortgesetzt)

(c) Kerstin Braun, Tierheilpraktikerin

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Gesundheit II – Das große Sommerjucken

Es kann natürlich (leider) alles Mögliche sein, was da juckt: Von Flöhen über Haarlinge bis zu Allergien ist alles drin, und im Falle der Letzteren ist die Diagnose schwierig zu stellen. Tritt Juckreiz erstmals im Hochsommer auf, ist der Hund auf Wiesen mit höherem Grasstand unterwegs oder die Katze Freigänger, dann sollte man mittlerweile auch bei uns an die ehemals exotische Herbstgrasmilbe (Neotrombicula autumnalis) denken, die auch unter anderen Namen bekannt ist: Herbstmilbe, Erntemilbe, Heumilbe, Herbstlaus, Graslaus, …

In leichtem Gegensatz zu ihrem wissenschaftlichen Namen tritt die Herbstgrasmilbe in Europa aber nicht nur im Herbst auf, sondern schwerpunktmäßig ab dem Hochsommer von Juli bis Oktober. In dieser Zeit erklimmen die Larven der Milbe Grashalme in etwa 5 bis 20 cm Höhe und warten auf einen Wirt mit der richtigen Betriebstemperatur: vor allem kleine Nagetiere, Vögel, aber eben auch Hunde, Katzen und Menschen. Die Larven wechseln auf den Wirt über, bohren die Haut auf und sondern ein Speichelsekret ab, das die unteren Hautschichten löst.

Die gute Nachricht ist: Weiter passiert nichts, die Milbenlarven saugen kein Blut, übertragen keine Krankheiten, sind also relativ harmlos und fallen nach wenigen Stunden (beim Menschen) oder einigen Tagen (bei Tieren) wieder ab, um in ihr nächstes Entwicklungsstadium einzutreten. Sitzen die Larven einmal am Tier, dann verbreiten sie sich auch nicht auf andere Tiere, sind also nicht übertragbar wie andere Milben (z. B. Ohrmilben oder Räudemilben).

Die schlechte Nachricht ist: Die Larven verursachen meist sehr starken Juckreiz, auch noch viele Tage nach dem eigentlichen Befall, weshalb sich die befallenen Tiere ständig kratzen, scheuern oder schütteln, was letztendliich zu Verletzungen und sogar psychischen Beschwerden führen kann (wir kennen das ja auch: “Dieser Juckreiz macht mich schier verrückt!”).

Die Larven der Herbstgrasmilbe sind etwa 0,3 mm groß und mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Allerdings sind sie leuchtend orangerot gefärbt, und so kann man einen stärkeren Befall, der sich an einer Stelle konzentriert, gut an der Farbe erkennen. Vorzugsweise findet man diese Stellen an:

– Ohrrand, in der Ohrfalte
– Lidrand
– Pfoten (Zwischenzehenhaut, Krallenbett)
– Ellenbogenbeuge
– Anus, Vulva
– Bauch (Brustwarzen)

Eine Vermeidung oder Behandlung des Befalls ist schwierig (besonders bei Freigängerkatzen), und selbst schulmedizinische Mittel wie Frontline zeigen hier häufig keine Wirkung. Als vorbeugende Maßnahme wird geraten, im eigenen Garten das Gras kurz zu halten und als Hundehalter Kuhweiden und Wiesen zu meiden; außerdem verstärkt Vitamin B (z. B. über Formel-Z-Tabletten) zu füttern, das einen günstigen Einfluss auf das Hautmilieu hat. Auch das Einsprühen oder Einreiben mit bestimmten Substanzen kann Milben fernhalten (eventuell auch beseitigen), zum Beispiel mit Pinus Fauna oder Exner Petguard. Nach erfolgtem Befall kann Waschen mit Kernseife, Auftragen von Pinus Fauna-Gel, Exner Petguard oder einfachem Speise- oder Kokosöl die Larven abtöten. Auch Salz- bzw. Meerwasser kann diese Wirkung haben. Bei Katzen ist die Ausführung dieser Empfehlungen allerdings schwierig. Sollte nichts davon gelingen oder wirken, gibt es noch den einen Trost: Spätestens nach dem ersten Frost ist der Spuk für dieses Jahr vorbei!

 (c) Kerstin Braun, Tierheilpraktikerin

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Gesundheit I – Da ist der Wurm drin!

Mit dem Beginn der wärmeren Jahreszeiten erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass Hund und Katze von ihren Spaziergängen unerwünschte „Freunde“ mitbringen – Parasiten, die Haut oder Darm des Tieres besiedeln. Gegen die häufigsten gibt es chemische Wurmkuren, Sprays oder Spot-ons, und viele wohlmeinende Tierhalter setzen diese Mittel inzwischen aller paar Monate ein.Eine chemische Entwurmung kann jedoch nicht nur die Würmer abtöten, sondern die gesamte Darmflora zerstören, die für das Wohlbefinden des Tieres wichtig ist und auch eine Barriere gegen Parasiten bildet. Da diese Barriere nun fehlt und auch das Wurmmittel nur bereits vorhandene Würmer beseitigt, ist dem nächsten Wurmbefall Tür und Tor geöffnet. Sinnvoller wäre es also, einen vorhandenen Wurmbefall möglichst schonend zu beseitigen und das Darmmilieu zu stabilisieren. Für beides empfehlen sich bewährte pflanzliche Präparate, ja selbst “Hausmittel”; auch eine homöopathische Behandlung kann sinnvoll sein.

Selbst die gefürchteten Giardien (keine Würmer, sondern Einzeller, die hochgradig infektiös sind) können mit einem “Hausmittel” bekämpft werden, das sich Kräuter-Buttermilch nennt: 

1/4 Liter Buttermilch oder Kefir
2 EL Oregano
2 EL Thymian
2 EL Majoran

vermengen und lange ziehen lassen. Dann täglich 3 x 1 bis 2 EL der Mischung über das Futter geben, bis der Durchfall verschwunden ist. Danach reichen 1-2 EL täglich. Die Kur sollte für 3 Wochen gegeben werden. Die Akzeptanz ist gut, Nebenwirkungen sind nicht bekannt. 

Bei Giardienbefall muss das Tier streng kohlehydratfrei ernährt werden – also kein Getreide, kein zucker- oder stärkehaltiges Gemüse, kein Obst. Außerdem kann eine Reinfektion nur durch strenge Hygienemaßnahmen verhindert werden:

– Katzenklos täglich leeren, mit sehr heißem Wasser oder Dampf (über 70 °C) behandeln, neu einstreuen. Ausscheidungen tagsüber jeweils so schnell wie möglich entfernen.
– Wenn möglich (z. B. bei Hunden), After nach Kotabsatz gründlich säubern, um Reinfektion durch Belecken zu verhindern.
– Möglichst täglich alle Gegenstände, die das Tier benutzt, auskochen oder heiß waschen (Decken, Spielzeug, Näpfe, …) 

Ein probates Mittel bei durchfallartigen Störungen des Darmmilieus bei Mensch und Tier ist auch Dr. Moros Möhrensuppe, für die man 500 g Möhren mit 1 l Wasser 1-2 Stunden kocht und anschließend püriert.

(Für die Informationen zum Giardienbefall danke ich meiner Kollegin Anne Sasson aus Berlin, www.berlin-tierhomoeopathie.de)

(c) Kerstin Braun, Tierheilpraktikerin

 

 

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Verhalten I – Verhaltensprobleme?

Von Hause aus bin ich Übersetzerin. Und das ist von meiner Tätigkeit als Verhaltensberaterin für Menschen mit Katzen gar nicht so weit entfernt. Denn so genannte „Verhaltensprobleme“ der Katze sind sehr oft keine, sondern gehören zum normalen Verhaltensrepertoire der Tiere und sind nur für den Menschen ein Problem. Viele Verhaltenstherapeuten – ich auch – bevorzugen daher für die meisten “Verhaltensprobleme” die Bezeichnung „unerwünschtes Verhalten“. Das Problem ist eher ein Kommunikationsproblem: Der Mensch kennt oder versteht die Bedürfnisse seiner Katze nicht oder nicht richtig; die Katze kann sich nicht durch Sprache verständlich machen. Hier setzt meine Arbeit an, als Vermittlerin zwischen zwei Wesen, die eigentlich gern beide ohne Stress zusammenleben würden und auch könnten. Die entscheidende Rolle spielt hier der menschliche Gefährte der Katze: Er erfährt und versteht, warum seine Katze bestimmte Verhaltensweisen zeigt, die vom Menschen nicht erwünscht sind (z. B. auf den Badvorleger urinieren), und er erfährt und versteht, warum Bestrafung (z. B. die Katze mit dem Gesicht in ihr Pfützchen tauchen) die aus verschiedenen Gründen denkbar ungeeignetste Gegenmaßnahme ist, und was getan werden kann, damit die Katze ihre Hinterlassenschaften wieder im Katzenklo und nur dort absetzt.

Man kann grundsätzlich davon ausgehen, dass Katzen es mit ihrem Verhalten nicht darauf anlegen, den Menschen zu ärgern. Unerwünschtes Verhalten weist meistens darauf hin, dass bestimmte Lebensbedingungen für die Katze ungünstig sind. Diese Bedingungen können oft leicht verändert werden, und die Katze kann durch Lob und Belohnung zu erwünschtem Verhalten geführt werden. Durch Bestrafung wird sie nur verunsichert, wodurch sich das Verhältnis zwischen Mensch und Katze weiter verschlechtert, was wiederum zu noch drastischerem unerwünschten Verhalten führen kann.Es ist empfehlenswert, sich schon im Vorfeld zu belesen, bevor eine Katze einzieht. Geeignet sind dafür z. B. Bücher der Tierärztin und Katzenspezialistin Sabine Schroll („Wenn Katzen Kummer machen“, „Miez, Miez, na komm“ oder „Aller guten Katzen sind …?“). Versteht man Katzenverhalten, kann man auch schon vorbeugend Maßnahmen ergreifen, um unerwünschtes Verhalten gar nicht erst auftreten zu lassen. Ist das aber erst einmal passiert, dann sollten Sie nicht zu lange warten und professionelle Hilfe suchen.

Übrigens: Häufig wird unerwünschtes Verhalten auch durch gesundheitliche Probleme ausgelöst, daher sollte der erste Weg zum Tierarzt führen, um auszuschließen, dass die Katze Schmerzen oder andere Probleme hat.

(Wird fortgesetzt)

(c) Kerstin Braun, Tierheilpraktikerin

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Homöopathie I – Die Kunst des Heilens

Im Jahr 2010 begingen Homöopathen in aller Welt den 200. Geburtstag des „Organon der Heilkunst“, verfasst vom deutschen Arzt Samuel Hahnemann (1755-1843). Der Begründer der Homöopathie entstammte einer einfachen Meißener Familie, fand auf Grund seiner Begabung einen Gönner, der seine Ausbildung am Gymnasium finanzierte, und konnte schließlich in Leipzig und Erlangen Medizin studieren. Nach einiger Praxis erkannte er jedoch, dass die damaligen Methoden der Schulmedizin wie Aderlässe, Brechkuren und große Gaben von (eigentlich giftigen) Arzneien die ohnehin schon geschwächten Kranken nur noch mehr schwächten und dem Tod näher brachten. Er schrieb dazu in einem Brief: „Auf diese Art Verschlimmerer des Lebens meiner Menschenbrüder zu werden, war mir der fürchterlichste Gedanke, so fürchterlich und ruhestörend für mich, daß ich in den ersten Jahren meines Ehestandes die Praxis ganz aufgab und fast keinen Menschen mehr ärztlich behandelte, um ihm nicht noch mehr zu schaden …“.

So kehrte er der ärztlichen Praxis den Rücken, beschäftigte sich jedoch theoretisch weiterhin mit medizinischen, chemischen und pharmakologischen Themen, indem er Schriften anderer Ärzte übersetzte – und selbst weiter forschte. Auf diese Weise fand er das Grundprinzip der homöopathischen Heilkunst durch Beobachtung und Selbstversuche heraus: Eine Arznei, die beim Gesunden bestimmte Zeichen (Symptome) hervorruft, kann beim Kranken eine Krankheit, die diese Symptome zeigt, heilen: „Similimum similibus curentur“ oder „Ähnliches werde mit Ähnlichem geheilt“. Hinweise auf dieses Heilprinzip finden sich bereits im antiken Griechenland und in der Bibel, doch Hahnemann war der Erste, der darauf ein Heilsystem aufbaute. Er forschte nun weiter, wie er die Gaben der oft eigentlich giftigen Arzneien wie Quecksilber oder Tollkirsche so weit verringern konnte, dass sie noch wirkten, dem Patienten jedoch nicht mehr schadeten, und entwickelte das homöopathische Prinzip der Herstellung von Arzneimitteln durch Verdünnen und Verschütteln (= Potenzieren). Diese Prinzipien, dazu die Verfahrensweise zur Ermittlung der richtigen Arznei für den jeweiligen Patienten und der Größe und Art der Gabe, sowie sein Verständnis von Krankheit, Heilung und Gesundheit legte er in seinem „Organon der Heilkunst“ nieder, das heute als Grundlagenwerk für Heilkundige gilt, die klassische Homöopathie praktizieren. Darin findet man auch Hahnemanns Ansicht zur Heilung: „Das höchste Ideal der Heilung ist schnelle, sanfte, dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit […]“

Bereits Hahnemann selbst, besonders aber sein Zeitgenosse und Freund Clemens von Bönninghausen, behandelten mit der nur im „Menschenversuch“ geprüften Heilkunst auch Tiere.

Im Laufe der vergangenen 200 Jahre haben Ärzte und Heilkundige die Homöopathie weiterentwickelt und abgewandelt. Es sind Strömungen entstanden, die zum Teil nur noch wenig mit den Grundprinzipien Hahnemanns zu tun haben. Beispielsweise werden bei der „Komplexmittelhomöopathie“ Präparate eingesetzt, deren einzelne Bestandteile zwar oft nach homöopathischen Vorschriften hergestellt, dann jedoch zu einem Komplex gemischt wurden – dies entspricht jedoch nicht der Lehre Hahnemanns, der die Gabe eines einzigen Mittels zur Regel macht, und zwar in sehr geringer Dosierung, also insbesondere bei chronischen Zuständen nicht „3 x 5 Kügelchen täglich“, sondern zunächst ein Kügelchen und dann – abwarten! Geduld gilt als die Tugend des guten Homöopathen. Allerdings verlangt diese Verfahrensweise natürlich auch dem Patienten (bzw. dem menschlichen Gefährten des Patienten) einige Geduld ab. Das heißt nun nicht, dass es immer Wochen oder Monate dauert, bevor homöopathische Mittel ihre Wirkung entfalten. Dies kann ganz im Gegenteil bei akuten Geschehen innerhalb von Minuten passieren. Es heißt aber, dass man sich von dem früher wie heute sehr verbreiteten Gedanken „Viel hilft viel“ lösen und darauf vertrauen sollte, dass ein einmalig gegebenes winziges Kügelchen auch bei einem Pferd Wirkung zeigt. Und man muss als Homöopath für eine Beurteilung des Fallverlaufs und für eine eventuelle Folgeverschreibung diese Wirkung genau beobachten, abwarten und einschätzen können.

Die klassische Homöopathie folgt also den Regeln Hahnemanns, wie er sie insbesondere in der 6. Ausgabe seines „Organon“ niedergelegt hat. Sie nimmt den Patienten in seiner Ganzheit in den Blick und hat zum Ziel, nicht nur Symptome (z. B. schmerzhaftes Absetzen von Harn) oder eine Krankheit (Blasenentzündung), sondern den Patienten insgesamt zu heilen. Denn nach Hahnemanns Vorstellung liegt den äußeren Zeichen einer Krankheit die Verstimmung der (inneren) Lebenskraft zu Grunde, die sich in Symptomen äußert. Unterdrückt man diese Symptome nur, indem man sie durch Gegenmittel bekämpft, dann können sich bald andere, möglicherweise schlimmere Symptome entwickeln, denn die Lebenskraft selbst ist weiterhin „verstimmt“.

(Wird fortgesetzt)

(c) Kerstin Braun, Tierheilpraktikerin

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In diesem Blog werde ich in unregelmäßigen Abständen Informationen zur Gesundheit von Hund und Katze (und Mensch), klassischer Homöopathie, Bachblüten und Katzenverhalten veröffentlichen. Aktuelle Beiträge erscheinen auch auf meiner Website www.braun-tier.de – dort finden Sie auch Informationen zu meinen Therapieangeboten für Menschen mit Tieren im Raum Leipzig / Halle und darüber hinaus .

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